Seit 1986 stehen wir für queere Sichtbarkeit, Solidarität und Community. Was als Verein für die schwule Emanzipation begann, ist heute ein lebendiger Treffpunkt für die ganze Community. Nach wie vor kümmert sich das Schwul-Queere Zentrum Sub um eure Belange.
Am 4. September 1986 entstand der SchwuKK e.V., Münchens Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum. Noch heute heißt der Verein so, nach außen aber treten wir seit ein paar Jahren als Schwul-Queeres Zentrum auf. Das Sub, einst aus der Selbsthilfe heraus geformt, hat sich als feste Größe der organisierten LGBTIQ*-Community Münchens etabliert.
Seit vier Jahrzehnten ist unser Verein ein zentraler Ort für queere Sichtbarkeit, Austausch und Solidarität. Im Café in der Müllerstraße 14 trifft mensch sich, knüpft Kontakte und erlebt gemeinsam Kultur und Begegnung. Darüber hinaus bietet das Sub vielfältige Beratungs- und Unterstützungsangebote, Gruppen, Projekte und Veranstaltungen für schwule, inzwischen auch bisexuelle und trans* Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen.
Ein bisschen Geschichte
Wie das kam? Dafür blicken wir am besten zurück: Als gruppenübergreifende Institution sollte der SchwuKK e.V. 1986 schwulen Männern ein vielfältiges Selbsthilfe- und Freizeitangebot machen und gleichzeitig auch politisch aktiv werden. Zwar sahen die bestehenden Gruppen in München den Verein zunächst als Konkurrenz; doch bekam das neue Zentrum rasch Zulauf. Der Aufschwung kam 1988, als der SchwuKK e.V. in die Müllerstraße 44 zog.
Mit von der Stadt genehmigten Zuschüssen belegte der Verein übergangsweise die zur Zwischennutzung freigewordenen Räume der alten Aids-Hilfe und gründete ein erstes Zentrum, den „Sub, Infoladen für schwule Männer“. Der Infoladen war täglich geöffnet; er bot Beratung, Information, Bibliothek, Archiv, eine Gruppe für schwule Väter, überhaupt Gruppen für jedes Alter und ein Café – ein bis dahin beispielloses Programm in der Münchner Szene. Im Kern besteht das Konzept bis heute!
Seit seiner Gründung hat der neue Verein, der bald Sub e.V. hieß, sein Angebot ständig erweitert. 1991 wurde das Sub, das ein Jahr zuvor in die Müllerstraße 38 umgezogen war, in die städtische Regelförderung aufgenommen. Aus Anlass seines 5. Geburtstags fand in diesem Jahr auch zum ersten Mal das Hans-Sachs-Straßenfest statt.
Ein Zentrum für alle Schwulengruppen
1993 nahm das Anti-Gewalt-Projekt mit einer halben Stelle seine Arbeit auf. 1994 musste das Sub in die Müllerstraße 43 umziehen. Im Jahr 1995 bewilligte das Land Bayern Mittel, mit denen das Sub in die HIV-Prävention einsteigen konnte. Im selben Jahr wurde der Verein als gemeinnützig anerkannt.
1997 konnte die Beratungsstelle zwei Stellen besetzen. Heute beschäftigt sie drei Personen für die psychosoziale Beratung. In Zusammenarbeit mit der Lesbenberatungsstelle LeTRa, der Münchner Aids-Hilfe und der Trans* Inter* Beratungsstelle bietet das Sub Fortbildungen zum Thema Queere Lebensweisen an.
Daneben brachte das Sub immer neue Freizeit-, Selbsthilfe-, interkulturelle Gruppen und Projekte hervor. So entstand 2000 aus einem Workshop des Sub das Diversity-Café für junge Lesben und Schwule; heute ist diversity München das queere Jugendzentrum mit vielen Beratungs- und Gruppenangeboten. Seit 2007 hat die junge LGBTIQ*-Community ihr eigenes Zentrum.
2002 fanden die älteren Schwulen von Gay & Gray eine Heimat in der Müllerstraße. 2005 baute die Beratungsstelle mit dem Patenschaftsprojekt einen Besuchs- und Begleitdienst für schwule Senioren auf.
Seit 2006 lädt die Prävention im Sub regelmäßig zu kostenlosen HIV- und STI-Tests. Inzwischen liegen die Schwerpunkte auf der modernen Prä-Expositionsprophylaxe, dem HIV-Heimtest (S.A.M) und Chemsex, einer Drogenberatung für Männer, die beim Sex Drogen konsumieren.
Wachstum mit immer neuen Angeboten
2008 stellte das Sub mit anderen sozialen Einrichtungen im Glockenbachviertel erstmals einen Maibaum auf. Das Maifest organisiert seit 2012 ein privater Träger. Seit 2010 passt der Verein seine Angebote außerdem an die Bedürfnisse von Schwulen mit Zuwanderungserfahrung und Geflüchtete an. So stehen seit 2012 Deutschkurse auf dem Programm.
Die Gruppe Refugees@Sub, 2015 gegründet, organisiert für geflüchtete schwule Männer Patenschaften, wie sich generell das ganze Sub verstärkt des Themas annimmt. Drei Kolleginnen kümmern sich um die Beratung Geflüchteter. Die Pride- und Szene-Kooperation mit Münchens Partnerstadt Kyjiw, die der Verein von Anfang an mitbetrieben hat, geht in ihr 15. Jahr.
Die jüngste Neuerung wurde 2024 bereits sieben Jahre alt: Strong!, die LGBTIQ*-Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt, entstand 2019 aus dem städtisch geförderten Anti-Gewalt-Projekt und einer neuen Förderung des Freistaats für ein bayernweites Hilfetelefon, das sich an die ganze LGBTIQ*-Community richten sollte.
2012 ist das Sub zuletzt umgezogen. In der Müllerstraße 14 hat die Landeshauptstadt ein Haus gebaut, in dem Zentrum und Beratungsstelle des Vereins endlich gemeinsam ihrer Arbeit nachgehen konnten. Die räumliche Trennung zwischen Müllerstraße 43 und Pestalozzistraße 6 war damit passé.
Mission Zukunft: Eine sichere Heimat für die queere Community
Das neue Café im Haus war attraktiver, die Kulturarbeit gestärkt, der Verein größer und auch wichtiger worden. Inzwischen öffnet er sich ganz dezidiert: Für das Schwule Kommunikations- und Kulturzentrum, das sich nach 40 Jahren Bestehens heute als Schwul-Queeres Zentrum versteht, entstanden so neue Chancen, aber auch neue Verpflichtungen.
Zuzug und Partyvolk setzen der Community im Viertel zu, bedrohen Zusammenhalt und Integration. Immer häufiger beobachtet das Sub Übergriffe. Gegen Trans- und Homophobie hatte der Verein schon 2010 ein Aktionsbündnis für Solidarität ins Leben gerufen, dessen Aktivitäten später, ab 2013, die Demos zum International Day against Homo-, Bi-, Trans- and Interphobia IDAHoBIT ablösen sollten. Das Sub stellt zum 17. Mai jedes Jahr mit den anderen CSD-Trägervereinen eine Protestaktion auf die Beine. Außerdem organisiert es den CSD mit.
Darüber hinaus bedroht im ganzen Land eine erstarkte Rechte das Erreichte. Das Sub wird sich deshalb als schwul-queeres Kompetenzzentrum der Stadt nicht nur darauf konzentrieren können, der Community vor Ort eine Heimat zu geben. Das Sub muss sich als politische Kraft mit allen anderen LGBTIQ*-Organisationen, Gruppen und Vereinen der Stadt generell gegen die Ausgrenzung und Entrechtung
sexueller Minderheiten wehren – und das nicht nur in der Landeshauptstadt.
Für einen queeren Aktionsplan in Bayern hat der Verein 2022 eine Petition gestartet. Inzwischen wird das Vorhaben in der Staatsregierung diskutiert. Mehr zur Geschichte der Münchner Bewegung erfahrt Ihr hier
Ein ganzes Jahr Jubiläum
2026 feiern wir unser Jubiläum mit einem abwechslungsreichen Jubiläumsprogramm, das wir im Februar veröffentlichen werden – mit Veranstaltungen, Kultur und vielem mehr. Feier‘ mit uns 40 Jahre schwul-queeres Leben in München!

Titelfoto: Das Café nach dem Einzug. © Mark Kamin
